2007 - transalp von neunkirchen nach riva del gardasee

mit dem mountainbike über die alpen vom 14. - 22. juli.

nach monatelanger, schweißtreibender vorbereitung auf dem mountainbike war es am 14. juli 2007 für ralf, wolfgang und mich endlich soweit. auf ging's zur lang ersehnten transalp 2007.


tag 1: von neunkirchen a. br. zur freiburger hütte.
am start in die alpen. fertig zum start in die alpen.

früh am morgen ging es mit dem mountainbike nach erlangen zum bahnhof. über nürnberg und immenstadt erreichten wir schließlich gegen 13:00 uhr den ausgewählten startort oberst- dorf.

die fahrt führte uns am ersten tag zunächst durch das stillachtal und rappenalpental in richtung schrofenpass. beim aufstieg zum schrofenpass mussten wir neben steilen trage- und schiebe- passagen auch die berühmt - berüchtigte aluleiter überwinden. nach erreichen des schrofenpasses auf 1688m folgte der abstieg nach warth, bei dem man teilweise schieben musste, aber auch fahren konnte. ab warth ging es nach lech auf teer. nach kurzer pause und auffüllen der wasserflaschen folgte die auffahrt zur freiburger hütte auf 1913m. diese erreichten wir gegen 19:00 uhr. glücklicherweise konnte die gut belegte hütte noch lager für uns drei mountainbiker bieten.

nach einem reichlichen abendessen gingen wir früh ins lager, um am nächsten tag wieder ausgeruht und fit zu sein.



tag 2: von der freiburger hütte nach galtür.

nach einer etwas unruhigen nacht ging es am morgen, nach dürftigem frühstück, in richtung rauhes joch.

am anfang noch fahrbar, folgte eine schiebepassage fast bis ins tal nach dalaas. nach einem kurzen stück auf der hauptstraße zweigten wir rechts ab richtung kristbergsattel.

bei herrlichstem wetter mit hohen temperaturen und steigungen bis zu 20% erreichten wir gegen 11:00 Uhr der kristbergsattel auf 1479m. nach kurzer verschnaufpause folgte die abfahrt nach matta, wo es links in richtung silbertal ging.

tag 2 auf den steilsten stücken musste geschoben werden.

die mittagspause war dann mit deftigen speisen im "hasahüsli" angesagt.
danach führte uns die route weiter ins silbertal mit steigungen auf schotter bis zu 25%, die unser stärkster, ralf, allesamt auf dem bike meisterte. wolfgang und ich mussten abschnittsweise schieben. am ende des silbertals folgte eine schiebepassage von 1,5 stunden über verblocktes und moorartiges gelände, welches das fahren auf dem mountainbike unmöglich machte.

die grandiose landschaft um uns herum , ließ aber die strapazen erträglicher werden. den patteriol (3056m) vor augen kamen wir so ins schönverwalltal. da die tageszeit schon ziemlich vorangeschritten war, reduzierten wir das tagesziel vorerst auf die neue heilbronner hütte. nach etwa zwei kilometer fahrt folgte eine schiebe- und tragepassage, die uns im sehr steilen gelände alles abverlangte.

die neue heilbronner hütte auf 2308m erschien uns jedoch nicht sehr einladend, so dass die entscheidung doch auf die weiterfahrt nach galtür fiel. schließlich wollten wir alle doch ein ordentliches bett bekommen. So fuhren wir also richtung kops-stausse, übers zeinisjoch, nach galtür ab, wo wir sogleich eine sehr gute übernachtungsmöglichkeit fanden.

der wirt, selbst radsportler, wusste sofort, was ein mountainbiker, der fast zwölf stunden unterwegs war, zur regeneration brauchte und versorgte uns mit leckeren speisen und getränken.



tag 3: von galtür nach schlinig.

nach einer sehr angenehmen nacht wartete die nächste herausforderung auf uns. morgens frühstückten wir zunächst reichlich und unterzogen unseren bikes einen kurzen kundendienst, bevor die abfahrt nach ischgl angetreten wurde.

im gebirge rudi, ralf und wolfgang. eine kurze pause mit erinnerungsphoto.

in ischgl angekommen fuhren wir rechts ab ins fimbertal richtung heidelberger hütte. sofort ging es mehrere rampen auf der teerstraße steil bergauf. nach erreichen der bodenalpe führte uns der weg auf schotter tiefer ins fimbertal.

im fimbertal überschritten wir die landesgrenze zur schweiz. vor uns weithin sichtbar war das gewaltige fluchthorn mit 3399m. das wetter war wie schon die tage zuvor unbeschreiblich schön mit wolkenlosem himmel.
in der heidelberger hütte auf 2290m stärkten wir uns mit pasta und apfelschorle, um dann den alpenhauptkamm, über den fimberpass, auf 2609m zu überschreiten. nach etwa einer stunde hatten wir die passhöhe erreicht. nach kurzer fotopause in wunderschöner landschaft folgte der abstieg, teils schiebend, teils fahrend, ins val chöglias.

nach etwa 1,5 stunden konnten wir unseren weg wieder fahrend bewältigen, nun in richtung suren und ins val de uina. zunächst war für die stärksten mountainbiker alles fahrbar. dann kamen wir zur sagenhaften uina - schlucht. hier wurde der weitere weg aus dem felsen heraus gesprengt. sehr steil und extrem anstrengend führte uns der weg richtung schlinigpass (2311m). nach überschreiten des schlinigpasses waren wir in südtirol und wollten auf der sesvenna - hütte übernachten. aber es kam anders.

die hütte war völlig ausgebucht und so blieb uns nichts anderes übrig, als ins tal abzufahren, obwohl es mittlerweile 19:15 uhr war. nach einer kurzen snickers - stärkung brachen wir richtung schlinig auf. zunächst mussten wir die bikes schieben, dann konnten wir ins tal rollen. in schlinig mussten wir kurz suchen, fanden dann aber einen gasthof zum übernachten. heute abend genehmigten wir uns mal einviertel südtiroler roten, schließlich waren wir wieder elfeinhalb stunden unterwegs und hatten uns dieses redlich verdient.



tag 4: von schlinig nach torre di fraele.

mit den ersten sonnenstrahlen trafen wir bereits die vorbereitungen zu unserer weiterfahrt. herzhaftes frühstück mit südtiroler speck und käse dürfen hier natürlich nicht fehlen.

von schlinig, das auf 1738m liegt, ging es zunächst bergab nach glurns auf 920m. hier bogen wir wieder nach rechts ab, abermals richtung schweiz. bei taufers überschritten wir die schweiz - italiensische grenze und kamen nach santa maria im münstertal, das schon auf 1375m lag. aber wir wollten noch höher hinaus. der absolut höchste punkt der tour sollte heute erreicht werden, der passo di forcola auf 2780m.

auf der passhoehe die passhöhe ist erreicht.

so fuhren wir in santa maria links hinauf richtung umbrail - pass. meter um meter, kehre um kehre schraubten wir uns nach oben bis zum umbrail - pass auf 2503m. nach einer kurzen mittagspause mit der schlechtesten pasta, die wir je gegessen hatten, machten wir uns auf die weiterfahrt zum höchsten punkt der tour. hinter uns lag das stilfser joch mit dem noch höheren könig ortler (3900m). einsam inmitten wunderbarer bergwelt setzten wir unseren weg fort richtung passo di forcola. am pass angekommen blickten wir in ein neues tal.

im ersten weltkrieg lagen sich die italienischen alpini und die österreichischen kaiserjäger gegenüber. die kriegsstellungen und kasernen sowie die militärswege waren deutlich sichtbar. nun rollten wir auf ziemlich grobschottrigem gestein richtung torre di fraele. am lago san giacormo die fraele beschlossen wir, in der höhe zu bleiben um der hitze im tal zu entgehen. wir fanden einen kleinen gasthof, in dem wir mit einem üppigen menu verwöhnt wurden. mittlerweile waren wir auch wieder etwa zehn stunden unterwegs.



tag 5: von torre di fraele nach edolo.

dieser tag sollte eigentlich eine leichte etappe werden.

zunächst fuhren wir also ohne großen höhen meterverlust richtung val verva. am val verva angekommen mussten wir sogleich eine rampe von 25% überwinden. auf ziemlich grobem schotter ging es weiter richtung passo di verva auf 2301m. auch die abfahrt vom passo die verva war ziemlich anstrengend und verlangte uns alles ab.

eine kurze rast eine kurze rast an der wegegabelung.

hier hatten wir auch unsere erste und einzige reifenpanne. wolfgang fuhr sich einen platten, aber mit vereinten kräften ging es nach kurzer reparatur weiter talabwärts. ab dem ort eita auf 2000m konnten wir dann auf der teerstraße talabwärts rauschen nach grosio auf 656m. hier machten wir unsere mittagspause. die hitze war hier fast unerträglich. nach der mittagspause rollten wir noch einige kilometer nach mazzo. dann ging es links ins val di mortirolo mit dem passo della foppa. wir dachten eigentlich, dies wäre ein schön und angenehm zu fahrender pass - doch weit gefehlt!

bei einer steigung von durchschnittlich 12% war an ein durchatmen nicht zu denken. steigungen bis zu 22% mussten bewältigt werden. die vielen namen der, wie jetzt bekannt wurde bekanntlicherweise meist gedopten, radprofis auf der straße erinnerten uns daran, dass hier der giro italia gefahren wurde. bei großer hitze, ohne dopingmittel und ständigem auffüllen der wasserflaschen an jedem brunnen, erreichten auch wir schließlich die passhöhe auf 1852m. oben am pass angekommen genehmigten wir uns heute unser erstes persönliches dopingmittel während der etappe: ein kühles glas bier. danach rollten wir nach edolo. leider fanden wir wieder kein ordentliches hotel (wie 2004). aber was soll's: ein biker steht das durch!



tag 6: von edolo nach val di daone

nach einer unruhigen und stickigen nacht sollte unsere wanderetappe (heckmair) folgen. diese gestaltete sich aber schwieriger als gedacht.

hochgebirgslangschaft schwierige wege im hochgebirge.

zunächst ging es noch einige kilometer talabwärts von edolo nach cedegolo, wo wir links ins tal val di saviore abbogen. schnell ge- wannen wir wieder an höhe und kamen gegen mittag in la rasega auf 1100m an. dort wurden wir wieder mit köstlicher pasta in einem kleinen albergo verwöhnt. wolfgang hatte aber da schon gesundheitliche probleme, die er sich bei einer abfahrt zugezogen hatte. auf einem alten römerweg führte uns der weg richtung passo die campo auf 2296m.

an fahren war hier überhaupt nicht zu denken, so steil und verblockt war der weg. die von heckmair angegebene zeit konnten wir nicht reduzieren, so verwachsen und steil war der weg. am lago d'arno dachten wir das meiste geschafft zu haben, aber bis zum passo di campo waren es nochmals zwei stunden. der abstieg vom passo di campo war ebenfalls nicht fahrbar, so dass wir unsere bikes gen tal schleppten. die talstraße im val di daone am lago di malga bissino erreichten wir dann gegen 18:30 uhr nach insgesamt sechs stunden schieben und tragen.

so beschlossen wir am erstbesten albergo einzukehren und zu übernachten, was wir dann auch machten. unser zimmer war zwar sehr einfach, aber wir waren froh uns ausruhen zu können. wolfgangs gesundheitliche probleme verschlechterten sich. so beschlossen wir unsere letzte etappe nach riva del garda eventuell zu ändern.



tag 7: von val di daone nach riva del garda.

wieder herrlicher sonnenschein am letzten tourtag.

zunächst rollten wir talabwärts richtung storo, wo wir dann nach links ins tal valle d'ampola abbogen. bis zum einstieg zum passo tremalzo galt es ca. 400 höhenmeter zu überwinden. ralf und ich überließen wolfgang die entscheidung zur fahrt über den passo tremalzo auf 1975 m. wir wollten in jedem fall zusammen bleiben. wolfgang wollte es auf jeden fall einmal versuchen. aber nach ca. 100 höhenmetern brachen wir ab, wolfgang ging es schlecht.

am gardasee das schönste der alpenüberquerung - ein kühles bier in riva am gardasee.

so fuhren wir durchs val di ledro richtung riva del garda. bei der einfahrt in die alte gardaseestraße waren wir froh, den lago zu sehen uns freuten uns auf die imposante abfahrt nach riva. am marktplatz in riva genehmigten wir uns zunächst zwei weißbier als belohnung für die strapazen, bevor wir uns auf zimmersuche be- gaben. schnell fanden wir eine kleine pension, die uns gefiel und nicht sehr weit vom lago entfernt war.

wolfgangs zustand ver- schlechterte sich zu- sehends und er legte sich ins bett, während ralf und ich im garten der pension entspannten. nach gemeinsamen abendessen ging wolfgang gleich wieder zurück in die pension.



das ziel ist erreicht das ziel ist erreicht.
tag 8: der ruhetag

bei wolkenlosem himmel gingen ralf und ich zum frühstück, während wolfgang nicht aufstehen konnte.

nun organisierten wir unsere heimreise, bevor wir uns, leider ohne wolfgang, zur legendären sg - bank in torbole be- gaben. am nachmittag ging es wolfgang so schlecht, dass wir zur apotheke fuhren und einige medikamente besorgten. zum abendessen wollte wolfgang nur etwas obst.




tag 9: von riva zurück nach neunkirchen a. br.
der gardasee bei der abreise noch ein blick über den gardasee.

am sonntagmorgen um 7:15 uhr fuhren wir per taxi zum bahnhof in rovereto, wo sich der fahrkartenkauf schon wieder zu einem kleinen problem entwickelte. doch wir schafften es eigentlich gut. zum zeitpunkt der abreise um 8:37 uhr wurden stimmen laut, die besagten, dass die italienischen bahnbeamten streiken. leider trat dieser fall dann auch ein. was nun? markus, der uns von zirl aus abholte, nach rovereto fahren lassen?

andere biker organisierten einen bus, in dem wir glücklicherweise auch platz fanden. dieser brachte uns nach innsbruck zum bahnhof. wegen seines schlechten gesundheitszustandes konnte wolfgang nicht nach zirl fahren. ralf und ich taten das dann allein, da markus hier auf uns wartete. nach dem beladen des fahrzeuges fuhren wir nach innsbruck zurück, um wolfgang abzuholen. dann ging es richtung heimat über zirl, mittenwald, garmisch, münchen und nürnberg.

in neunkirchen trafen wir dann endlich gegen 19:00 uhr ein.



fazit:

es war, wie auch im letzten jahr, eine anstrengende und ereignisreiche transalp. die strapazen der strecke wurden ganz leicht durch das supergute wetter wettgemacht. leider gab es ein paar gesundheitliche probleme von wolfgang, dem es inzwischen aber wieder besser geht.

auf zur transalp 2008 lautet nun das motto: grobe richtung ostalpen bzw. dolomiten.
neunkirchen, den 27. juli 2007 - r. rossak


alpengipfel ein blick auf die alpengipfel.

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